Wie Persönlichkeits-Entwicklung wirklich geht

Hey,

die Szene mit Menschen, die sich mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung befasst, ist mittlerweile richtig groß. Es gibt unzählige Speaker und „Gurus“, die dir versprechen mit einfachen Mitteln sehr schnell Veränderungen in deinem Leben zu erzielen. Doch wie nachhaltig ist das alles?

„Nach drei Monaten ist die Diät vergessen“

Die Art und Weise, wie die große Mehrheit Persönlichkeitsentwicklung betreibt, vergleiche ich mit dem Versuch mit einer Ernährungsdiät schnell abzunehmen:

Kurzfristig siehst du tatsächlich Erfolge, doch nachhaltig ist das nicht! 

In etwa so, wie die meisten Menschen bei den üblichen Diäten ihr altes Gewicht (schneller als ihnen lieb ist) wieder zurück haben, fallen wir auch auf der psychischen Seite bei den gängigen Methoden der Persönlichkeitsentwicklung früher oder später in alte Verhaltensmuster zurück.

Immer mehr vom Gleichen

Bleiben wir beim Vergleich mit den Diäten: Statt anzuerkennen, dass Diäten einfach nicht funktionieren, werden meist weitere erfolgversprechende Varianten ausprobiert, um letztendlich irgendwann zu erkennen, dass kein Weg an einer langfristigen und nachhaltigen Ernährungsumstellung vorbeiführt.

Und analog dazu hält sich in der Persönlichkeitsentwicklungs-Szene der Glauben hartnäckig, dass die nächste Methode eines Gurus endlich den schnellen und einzigartigen Erfolg bringt. Dabei sind Affirmationen zum positiven Denken genauso wie jede Diät früher oder später zum Scheitern verurteilt. Das Denken ist Teil des Problems und die meisten Übungen, Online-Kurse oder schlauen Checklisten sprechen den Kopf – also das Denken – an. 

Doch auch bei der Persönlichkeitsentwicklung gibt es einen nachhaltigen (aber weniger schnellen) Weg:

Vom Kopf abwärts – die unterschätzte Intelligenz des Körpers

© FabrikaPhoto – elements.envato.com

Wenn das Denken Teil des Problems ist, sollte klar sein, dass wir dieses Problem niemals nachhaltig nur auf dieser Ebene lösen können. Wer das versucht, lässt den größten Teil des Körpers „kopf-abwärts“ unbeachtet. Und genau hier liegt die Lösung.

Um wirklich nachhaltige Veränderungen zu erzielen, müssen wir wieder eine Verbindung zwischen Denken, Emotionen und Körper schaffen!

Die meisten Menschen in unserer Kultur sind irgendwann ins Denken geflüchtet. Auch wenn dies für viele in der Kindheit überlebenswichtig war, steht ihnen diese Einseitigkeit nun immer mehr im Weg. 

Denn: Glück und Erfüllung finden wir nicht im Denken – und damit auch nicht mit dem Erlernen positiver Glaubenssätze!

Viele Menschen sind im permanenten Denk-Modus und kennen den Zustand des Nicht-Denkens – des einfach Daseins – kaum. Da dies ein kollektives Problem der Bevölkerung ist, wird es als solches kaum erkannt. Der ständige Gedankenfluss scheint normal – ist aber dennoch keineswegs der natürliche Zustand aus dem die Menschheit ursprünglich einmal kam.

Zurück zum Ursprung: Kehre zur Ganzheit zurück

Wer dies erkennt, wird beginnen dem restlichen Körper wieder mehr Beachtung zu schenken. Darauf werde ich an anderer Stelle detaillierter eingehen. Hier schonmal ein paar kurze Steps, wie du nach und nach aus alten Mustern ausbrechen kannst und mehr Bewusstheit in dein Leben bringst:

1. Gedanken beobachten – Identifikation mit den Gedanken aufgeben

Beginne deine Gedanken im Alltag immer wieder zu beobachten. Lass dir auffallen, was „es“ in dir denkt, wie oft da Wiederholungsschleifen der ständig gleichen Gedanken sind und ob diese tendenziell positiv oder negativ sind. Sobald du in dieser Rolle des „Beobachters“ bist, wirst du dich wahrscheinlich bereits weniger mit deinen Gedanken identifizieren.

2. Erkenne, wie Gedanken „künstliche“ Gefühle erschaffen

Wenn du dir deine Gedanken regelmäßig auffallen lässt, schaffe mal eine Verbindung zu deinem Körper und deiner Gefühlswelt. Kann es sein, dass du dir mit deinen Gedanken „künstlich“ Gefühle erschaffst? Diese Verbindung können wir erst erkennen, wenn wir unsere Gedanken bewusst beobachten und zugleich auf die Reaktionen unseres Körpers achten. Schaffe hier eine Verbindung und nimm das einfach mal wahr.

© NomadSoul1 – elements.envato.com

3. Unterbreche den Gedankenstrom – Lerne im JETZT zu leben

Der nächste Schritt ist für viele schon etwas schwieriger: Versuche deinen Gedankenstrom einmal bewusst zu durchbrechen. Verweile ohne Gedanken einfach im „Dasein“. Vielleicht gelingt dir das erst einmal nur für ein paar Sekunden. Doch wir können diesen Zustand durch Übung immer mehr ausdehnen. Das ist der Zustand voll im Hier und Jetzt, also in dem Moment, in dem das eigentliche Leben stattfindet.

Je mehr du in diesem Jetzt verweilst, desto mehr nimmst du das eigentliche Leben, die innere Freude, den tiefen Frieden, Verbundenheit und Energie in deinem Körper wahr. Das ist letztlich der Zustand, der unabhängig von äußeren Faktoren so beglückend ist. Mit unseren Gedanken flüchten wir so gesehen vor dem eigentlichen Leben in die Vergangenheit oder Zukunft.

4. Finde die Freude & den tiefen Frieden hinter dem Schmerz

Doch warum flüchten Menschen ständig in ihre Gedanken? Zum einen ist es Gewohnheit eines antrainierten Verhaltensmusters. Zum anderen ist das, was da den Zustand der beschriebenen Freude meist überdeckt, für viele Menschen höchst beängstigend. Unser Körper speichert quasi alles. Richten wir unseren Fokus nun auf das Jetzt, werden wir früher oder später mit (altem) Schmerz konfrontiert, von dem wir uns zuvor mitunter jahrelang abgelenkt haben. Abgelenkt mit Gedanken, Konsum, Menschen, Arbeit und so weiter. 

Es führt kein Weg daran vorbei durch diese „negativen“ Empfindungen wie Angst, Wut, Trauer usw. mitten hindurch zu gehen. Die Freude – der tiefe innere Frieden – liegt HINTER dem Schmerz. Aus diesem Grund flüchten so viele Menschen in den Kopf, denn es ist unangenehm sich mit diesem Schmerz zu konfrontieren.

Und hier liegt auch die Logik, warum positive Affirmationen und das Einstudieren von neuen Glaubenssätzen nichtnachhaltig sind: Das Leben lässt sich nicht manipulieren. Diese negativen Energien, die nunmal im Körper sind, wollen mit einem JA gefühlt werden. Die Zeit heilt entgegen langläufiger Meinung keine Wunden. Doch wer hindurchgeht, gelangt zur Freude!

5. Übung im Alltag

Lege deinen Fokus also immer wieder auf deinen Körper und deine Emotionen. Vielleicht zuerst in der Meditation – später immer mehr im Alltag. Nimm dir regelmäßig Zeit und beobachte was da so in dir aufkommt und lasse deinen Körper machen, wenn da Emotionen und Bilder auftauchen oder du bestimmte Bewegungsimpulse merkst. Sorge gegebenenfalls für einen geschützten Rahmen und brich ab, sollte dir das für den Moment zu weit gehen.

Und wenn zwischendurch Gedanken hochkommen, können wir diese mit etwas Übung einfach ziehen lassen. So lernst du deinen Körper immer besser kennen.

Das Leben wird dich im Alltag immer wieder mit passenden Situationen und Menschen konfrontieren, um dich mit den bisher abgelehnten Teilen, Eigenschaften und Gefühlen zu konfrontieren. Besonders die Dinge, die wir ablehnen (also zum Beispiel Menschen, die uns besonders aufregen) haben mit einem Teil von uns zu tun, den wir an uns selbst ablehnen und in den Schatten drängen.

Das Denken konstruktiv nutzen

Das Denken nun zu verteufeln ist natürlich ebenfalls nicht der goldene Mittelweg. Doch sollten wir lernen unser Gehirn wieder konstruktiv für die wirklich wichtigen Dinge zu benutzen – also dann, wenn wir davon Gebrauch machen WOLLEN. 

Wenn wir dabei dann auch noch im Jetzt verweilen, unseren Körper wahrnehmen und diese Intelligenz hinzu nehmen, entfalten wir erst unser wahres Potenzial. Echtes Teamplay also…

Liebe Grüße,

dein

P.S.: Wenn du diesen Weg gemeinsam mit mir üben möchtest, findest du auf meiner Website michaeljansen.de nähere Informationen, wie ich dich bei deiner persönlichen Weiterentwicklung begleite.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.